Warum Pflegeimmobilien als Kapitalanlage neben MSCI World, Technologieaktien und künstlicher Intelligenz einen Blick verdienen.
Künstliche Intelligenz verändert unsere Wirtschaft. Die großen amerikanischen Technologiekonzerne profitieren davon – und mit ihnen viele Anleger, die beispielsweise über einen MSCI-World-ETF investiert sind.
Doch wie nachhaltig sind die hohen Bewertungen? Welche Unternehmen werden langfristig tatsächlich zu den Gewinnern der KI-Revolution gehören? Und wie breit ist ein Weltaktienindex wirklich gestreut, wenn wenige große amerikanische Konzerne einen erheblichen Einfluss auf seine Entwicklung haben?
Das sind berechtigte Fragen. Vielleicht lohnt es sich deshalb, neben den Chancen der künstlichen Intelligenz auch auf Entwicklungen zu schauen, die wesentlich besser vorhersehbar sind.
Eine davon ist die demografische Entwicklung.
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage: Die Demografie schafft langfristigen Bedarf
Deutschland wird älter. Das ist bekannt. Weniger beachtet wird jedoch die andere Seite dieser Entwicklung: Es wird nicht nur mehr ältere und pflegebedürftige Menschen geben. Gleichzeitig stehen weniger jüngere Menschen zur Verfügung, die Pflege übernehmen können.
Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes könnte die Zahl der Pflegebedürftigen je nach zugrunde gelegter Entwicklung deutlich steigen. In einer der Vorausberechnungen werden für 2035 rund 6,3 Millionen und für 2055 rund 7,6 Millionen Pflegebedürftige erwartet.
Doch die steigende Zahl Pflegebedürftiger ist nur die eine Seite.
Das Bundesgesundheitsministerium weist auf ein zweites Problem hin: Durch den demografischen Wandel steigt der Bedarf an Pflegekräften, gleichzeitig sinkt das Arbeitskräftepotenzial, aus dem diese Fachkräfte gewonnen werden können.
Pflege zu Hause wird nicht für alle die Lösung sein
Noch wird ein großer Teil der Pflege in Deutschland innerhalb der Familie geleistet. Aber wie realistisch ist es, davon auszugehen, dass dies auch in Zukunft in gleichem Umfang möglich sein wird? Familien werden kleiner. Kinder wohnen häufig nicht mehr in unmittelbarer Nähe ihrer Eltern. Berufstätigkeit und eigene familiäre Verpflichtungen kommen hinzu. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die Unterstützung benötigen. Auch ambulante Pflegedienste lösen dieses Problem nicht vollständig. Denn auch sie benötigen Personal – und gerade dieses wird knapper.
Die Vorstellung, dass der steigende Pflegebedarf überwiegend durch Pflege zu Hause aufgefangen werden kann, dürfte deshalb für immer mehr Familien an Grenzen stoßen. Professionelle Pflegeeinrichtungen werden auch künftig benötigt werden.
Warum Pflegeimmobilien ein besonderer Sachwert sein können
Aktien und ETFs bleiben wichtige Bestandteile einer vernünftigen Vermögensstruktur. Doch auch ein weltweit investierender Aktienfonds bleibt zunächst eine Anlage innerhalb einer einzigen Anlageklasse: Aktien. Wer sein Vermögen breiter aufstellen möchte, kann deshalb auch Sachwerte wie Immobilien einbeziehen.Hier sind auch mögliche Antworten auf die Frage Bleibt der MSCI World auch in 20 oder 30 Jahren eine überzeugende Grundlage für die langfristige Geldanlage? in die persönliche Strategie der Geldanlage einzubeziehen.
Bei Pflegeimmobilien als Kapitalanlage kommt ein besonderer Aspekt hinzu: Ihr Nutzungszweck beruht auf einem langfristigen gesellschaftlichen Bedarf. Ob eine einzelne Technologie sich durchsetzt, welches Unternehmen bei künstlicher Intelligenz gewinnt oder wie Aktienmärkte im kommenden Jahr bewertet werden, lässt sich nur schwer prognostizieren. Dass es auch künftig sehr viele ältere Menschen geben wird, die professionelle Pflege benötigen, ist dagegen vergleichsweise gut vorhersehbar.
Aber: Nicht jede Pflegeimmobilie ist eine gute Kapitalanlage
Aus einem steigenden Pflegebedarf folgt allerdings nicht automatisch eine gute Geldanlage. Auch eine Pflegeimmobilie muss wirtschaftlich überzeugen.
Zu prüfen sind beispielsweise:
- Standort und regionaler Bedarf,
- Qualität und wirtschaftliche Stabilität des Betreibers,
- Kaufpreis und tatsächliche Rendite,
- Miet- beziehungsweise Pachtverträge,
- Instandhaltungs- und Folgekosten,
- Finanzierung und steuerliche Auswirkungen,
- sowie die langfristige Wiederverkäuflichkeit.
Gerade der Betreiber spielt bei einer Pflegeimmobilie eine wesentlich größere Rolle als bei einer klassischen vermieteten Eigentumswohnung. Der demografische Wandel kann den langfristigen Bedarf begründen. Er garantiert aber weder sichere Mieteinnahmen noch eine gute Rendite des konkreten Objektes.
Pflegeimmobilien als Teil der gesamten Vermögensplanung
Deshalb sollte die Frage nicht lauten:
Aktien oder Immobilien?
Sinnvoller ist die Frage, welche unterschiedlichen Vermögensbausteine zueinander passen. Aktien und ETFs können langfristige Wachstumschancen bieten. Liquidität schafft Flexibilität und Sicherheit. Gold kann andere Risiken abdecken. Und Immobilien können als Sachwert eine zusätzliche Form der Diversifikation ermöglichen. Eine Pflegeimmobilie kann dabei für bestimmte Anleger interessant sein – sie sollte aber genauso sorgfältig geprüft werden wie jede andere Kapitalanlage.
Mehr dazu im Webinar „Immobilie als Geldanlage“
Genau darum geht es in unserem kostenlosen FORAIM-Webinar „Immobilie als Geldanlage“. Wir betrachten unterschiedliche Formen von Immobilieninvestitionen, zeigen, wie Renditen sinnvoll berechnet werden und welche Risiken Anleger berücksichtigen sollten. Dabei beschäftigen wir uns auch mit besonderen Immobilienformen wie Pflegeheim-Apartments – und mit der Frage, wann sie tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Vermögens darstellen können.
Fazit: Während sich bei KI und Aktienmärkten schwer vorhersagen lässt, wer in zehn oder zwanzig Jahren zu den Gewinnern gehören wird, lässt sich eine andere Entwicklung bereits heute relativ klar erkennen: Deutschland wird älter, der Pflegebedarf steigt und gleichzeitig werden Arbeitskräfte knapper. Pflegeimmobilien lösen dieses gesellschaftliche Problem nicht – sie können aber ein Teil der benötigten Infrastruktur und damit auch für Anleger einen genaueren Blick wert sein.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.







