Das Bedürnis auf eine Finanzplanung in Krisenzeiten entsteht, wenn die Nachrichtenlage kippt. Es entsteht dann schnell das Gefühl: „Ich müsste jetzt etwas tun.“ In der Praxis ist das selten ein Informationsproblem – sondern ein Strukturproblem. Wer Liquidität, Zeithorizonte und Risikogrenzen sauber festlegt, muss in Krisen nicht hektisch reagieren. Genau darum geht es in unserem Newsletter-Magazin März.
Die 3-Töpfe-Logik – Liquidität zuerst
Eine robuste Finanzplanung trennt Geld nicht nach „Produkt“, sondern nach Zeit:
0–3 Jahre (stabil & verfügbar), 3–8 Jahre (Puffer & Flexibilität) und 8+ Jahre (langfristiges Wachstum).
Der Vorteil: Wenn Märkte fallen, müssen kurzfristige Ausgaben nicht aus riskanteren Anlagen finanziert werden. Das senkt den Stress – und verhindert teure Fehlentscheidungen.
Mini-Check: Sind die nächsten 24–36 Monate aus stabilen Reserven finanzierbar – ohne Verkäufe im falschen Moment?
Das Wichtigste für eine Finanzplanung in Krisenzeiten: Verlustgrenzen statt Bauchgefühl (3 Modelle)
Bei FORAIM beginnen wir nicht mit „Rendite“, sondern mit Risikogrenzen pro Kalenderjahr:
ein Modell mit ca. 4%, eins mit ca. 10% und eins mit ca. 15–20% Verlustgrenze.
Das macht Entscheidungen messbar und vergleichbar: Nicht „Was passiert wohl?“, sondern „Was darf passieren – und welche Allokation passt dazu?“
Im 10%-Modell wird typischerweise am aktivsten gesteuert (bei Bedarf mehrere Anpassungen im Jahr – immer nur mit Zustimmung der Kunden).
Iran-Krieg – welche Kanäle wirklich zählen
Wir machen keine Schlagzeilen-Strategie. Aber wir beobachten in Krisen systematisch die Kanäle, über die Märkte real betroffen sind: Energiepreise, Transport/Versicherung und Risikoprämien/Liquidität.
Ein Grund, warum klassische Diversifikation schwieriger wurde: Aktien und Anleihen bewegen sich in Stressphasen häufiger gemeinsam. Das betont auch der IWF und beschreibt, dass die „klassische“ Aktien-/Anleihe-Diversifikation seit 2020 in scharfen Sell-offs weniger Schutz bieten kann
Marktneutral als Beimischung – wann es helfen kann (und wann nicht)
Wenn Aktien und Anleihen zeitweise gleichläufig werden, kann es sinnvoll sein, Bausteine zu prüfen, deren Ergebnis nicht primär von „Markt rauf oder runter“ abhängt. Marktneutrale Strategien (z. B. Equity Market Neutral) zielen darauf, die Abhängigkeit vom allgemeinen Aktienmarkt zu reduzieren.
Wichtig ist die Gegenposition: Marktneutral ist nicht risikofrei (Strategie-/Kosten-/Umsetzungsrisiken). Darum taugt es eher als Beimischung innerhalb eines klaren Risikobudgets, nicht als „Krisen-Airbag“.
Pflegeheim-Apartment & Steuern – oft missverstanden
Viele vergleichen Immobilienrenditen mit Kapitalanlagen, ohne die Steuerlogik sauber zu trennen:
- Kapitalerträge werden grundsätzlich mit 25% besteuert (Abgeltungsteuer; zzgl. Soli/Kirchensteuer je nach Fall).
- Mieteinnahmen zählen zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und werden im Rahmen der Einkommensteuer mit dem persönlichen Steuersatz erfasst.
Der Hebel bei Immobilien ist häufig die AfA (Absetzung für Abnutzung): Durch Abschreibungen reduziert sich der steuerpflichtige Überschuss. Die konkreten AfA-Sätze hängen von Objektart und Bau-/Anschaffungszeitpunkt ab (das BMF führt dazu die typisierten Prozentsätze und Staffeln).
Merke auch zu Pflegeapartments: Stabilität kommt nicht von „Demografie“, sondern von Betreiber, Vertrag, Instandhaltung und Zweitmarkt-Liquidität.
Alternative Immobilienstrategie: geringer Gesamtkaufpreis, breiter streuen
Neben „großen“ Einzelobjekten gibt es eine andere Logik: deutschlandweit nach Objekten mit geringem Gesamtkaufpreis und attraktiver Rendite suchen – um Klumpenrisiken zu reduzieren.
Das ist keine Abkürzung: Entscheidend bleibt die Prüfung von Mikrolage, Vermietbarkeit, Bewirtschaftung, Instandhaltung und Exit-Optionen. Aber es ist oft ein sinnvoller Gegenentwurf zur „Ein-Objekt-Wette“.
Zusatzversicherung Gesundheit – Orientierung statt Produktdetails
Viele suchen nicht „den Tarif“, sondern eine klare Einordnung:
- Stationär: sinnvoll, wenn Wahlleistungen im Krankenhaus wichtig sind.
- Zahn: oft relevant wegen potenziell hoher Eigenanteile.
- Ambulant: sinnvoll, wenn bestimmte Leistungen realistisch genutzt werden.
Gute Entscheidungen entstehen hier selten aus „mehr Bausteinen“, sondern aus passender Priorisierung (Familie, Selbstständige, GKV-Versicherte – jeweils andere Schwerpunkte).
Wenn Sie das alles strukturiert vertiefen möchten:
- FORAIM Newsletter-Magazin März – wer sich jetzt anmeldet, erhält es noch.
- Webinare – inkl. neuem Webinar Private Finanzplanung (Liquiditätsplanung, Kapitalbedarf und Optimierung).







